Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

Du bist nicht angemeldet.

#1 19.01.2017 02:27:35

Amazing Grace
Mitglied

Beste Entscheidung

Allererst möchte ich den Erstellern dieses Forums danken. Für mich ist dies eine gute Bewältigungsarbeit.


Mit schwerem Herzen schaue ich zurück, obwohl auch schöne Zeiten dabei sind.

Lernen musste ich vor allem, dass man vergeben muss.
Den Groll zu pflegen was diese Gemeinde mit mir gemacht hat bringt einem nicht weiter.
Nachdem ich diesen Schritt gemacht habe, fühlte ich Frieden und auf eine Art Erbarmen mit den noch Mitgliedern der Versammlung.

Viel zu lange war ich ein Mitläufer. Die Angst die Versammlung zu verlassen war zu gross. Wer die Versammlung verlässt (den schmalen Weg) geht auf dem breiten Weg und der führt in die Höhle. Das wird in so etwa jeden Sonntag gesagt.

28 Jahre alt, höchst depressiv, ledig, traurig, ungetauft und völlig keine Perspektive auf eine Lebensveränderung.

Da zog ich die Notbremse.
Weil ich merkte diese Gemeinschaft bringt mich nicht weiter und tut mir nicht gut. Zu bleiben wurde für mich immer wie mehr undenkbarer.
Mit so vielen Punkten nicht einverstanden oder unzufrieden.
- Fehlende Nächstenliebe zu nicht Versammlungsleuten (aber auch zu Versammlungsleuten).
- falsche Bibellehre (eine getaufte Person bekommt keine Vergebung mehr wenn sie in Sünde fällt).
- keine Mission
etc.

Schon lange vor dem Austritt machte ich mir Gedanken in was für eine andere Gemeinde ich gehen könnte.
Auf eine Art verstehe ich Ex Versammlungsleute die sozusagen nun als Atheist leben. Wenn ich einige Versammlungseltern anschauen wie die mit ihren Kindern umgehen ist dies eine folge davon.
Gott existiert dies glaube ich ganz fest. habe schon viele sehr schöne Zeichen bekommen.
Gott kennt jeden Menschen und klopft an jedes Herz.
Ja aber wohin soll ich gehen fragte ich mich oft.
Die suche nach der perfekten Gemeinde ist sinnlos. Die gibt es nicht.

Aufgewachsen und gebrannt von der Versammlung, erschien mir das andere Gemeinde unzureichend sind.
Das fing schon bereits mit de Kleiderordnung an. So offen über mit den Leuten über Gottes Wort zu diskutieren und philosophieren erschien mir suspekt. Mir fehlte die Ordnung die ich in der Versammlung hatte. Aber dafür sah ich dass all dass was mir bei der Versammlung fehlte Einheit unter den Leuten, Nächstenliebe, Mission etc hier vorhanden ist.
Trotzdem hatte ich das Gefühl ich müsse mich eher an einer konservativen Gemeinde anschliessen. Wo die Frauen wie bei der Versammlung noch Röcke und Kopftuch tragen.
In der Schweiz wurde ich nicht fündig. Doch dann sah ich eine Gemeinschaft (bei der Internet suche), welche auf der ganzen Welt vertreten ist (aber nicht in der Schweiz) welche sich Bruderhof nennt (siehe www.Bruderhof.com). Diese Leute leben in Gemeinschaft (Lebensgemeinschaft). Die Frauen Tragen Röcke und Kopftücher. Bis zu 300 Leute leben wie in einem kleinen Dorf zusammen. Essen zusammen, arbeiten zusammen etc.
ich besuchte in Deutschland eine solche Gemeinschaft, welche mich sehr beeindruckt hat. Mit solch einer Liebe bin ich dort jeweils empfangen worden bei meinen Besuchen übers Wochenende. Mir wurde eine ganz neue Welt gezeigt. Liebe hat für mich nun einen anderen Stellenwert (Liebe muss man sich nicht erarbeiten).

Jemand sagte mir dort (als ich ein wenig von der Versammlung erzählte). Liebe ist das Gegenteil von Angst. Diese wenigen Worte hatten bei mir eine solche Kraft ausgelöst. Mehr und mehr lernte ich nun einen Gott kennen der Liebe und nicht der Angst.
Dass junge Erwachsene dort schon alle getauft sind war anfangs ein Schock für mich. wie ist dies möglich.!!!

Nach dem Austritt war ich jedes Wochenende nun in Deutschland. Unter der Woche in der Schweiz war es für mich immer mehr unerträglicher geworden. Im Dorf sah ich Leute von der Versammlung. Mein Vater sprach nicht mehr richtig mit mir. Meine Geschwister (sind schon mehrere Jahren nicht mehr in der Versammlung) verstanden es nicht warum ich jedes Wochenende nicht da bin (unter der Woche mit Arbeit sah man sich halt auch nicht so oft).
All dies wurde mir zu viel. Ich entschied mich dem Bruderhof anzuschliessen. Dort war ich Willkommen, geschätzt hatte Gemeinschaft...
Der Bruderhof ermöglichte mir verschiedene Gemeinschaften zu besuchen. England, Amerika Ost- und Westküste.
Ich hatte eine tolle Zeit, lernte viele liebe Menschen kennen, sah viel von Gottes wunderbare Weltschöpfung.
Doch das Heimweh und die Aussage von einer Person: dass ich doch auch in der Schweiz ein Christ sein kann haben veranlasst dass ich ende 2016 wieder in die Schweiz kam.

Nun bin ich hier wohl in einer Gemeinde (ehem, evang. Brüderverein) die sich evang. Bibel Gemeinde nennt (konservativ).
Ich habe nichts gegen eine konservative Einstellung. Man kann konservativ sein und doch offen.

Wenn mich zu Versammlungszeiten (als es mir so schlecht ging) jemand gefragt hätte: "Wo ist denn nun dein Gott"? Hätte ich wohl gesagt: "Dass wüsste ich auch gerne"!!.
Als ich vor zwei Monaten zum ersten mal das Gedicht von Margaret Fishback Powers hörte (von einem lieben geist. Bruder), schämte ich mich zu tiefst über meinen kleinen Glauben. Wiederum war ich überwälltig berührt von der Liebe unseres Herrn Jesus.

Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten,
Streiflichtern gleich, Bilder aus meinem Leben.
Und jedesmal sah ich zwei Fussspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen
war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich
entdeckte,
dass an vielen Stellen meines Lebensweges nur
eine Spur
zu sehen war. Und das waren gerade die
schwersten
Zeiten meines Lebens.

Besorgt fragte ich den Herrn:
"Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen, da hast du
mir versprochen, auf allen Wegen bei mir zu
sein.
Aber jetzt entdecke ich, dass in den schwersten
Zeiten
meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen
ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich
am
meisten brauchte?"

Da antwortete er:
"Mein liebes Kind, ich liebe dich und werde dich
nie
alleine lassen, erst recht nicht in Nöten und
Schwierigkeiten.
Dort wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."


Ich danke Gott von ganzem Herzen dass er mich so gut geführt hat durch alle höhen und tiefen.
Herr Jesus, Du hast durch Dein grosses Gnadenopfer mich frei gemacht, losgekauft. Ich darf nun ein Kind Gottes heissen.
Ich bin so hoch erfreut über dies unverdiente Gut und rühme die Barmherzigkeit. Ich könnte die ganze Welt umarmen.

Gottes Gnade ist so gross

Lieber Gruss
Amazing Grace

Beitrag geändert von Amazing Grace (19.01.2017 04:12:26)

Offline

Fußzeile des Forums

Powered by FluxBB