Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 13.11.2015 22:16:41

free eagle
Mitglied

Mission

Wie ich schon im Beitrag Priesteramt geschrieben habe, wird bei der GET oftmals punktuell ein Satz oder Abschnitt aus dem Wort Gottes herausgegriffen und daraus eine Lehre „gemacht“.
Warum, warum aber nur, wird das so ernst Wort „gehet hin in alle Welt und verkündet das Evangelium“ ( Markus 16,15 und Matthäus 28,19) aber nicht beachtet und beherzigt? Warum wird die Mission überhaupt nicht angesprochen? Das stimmt mich sehr, sehr nachdenklich? Wo bleibt da der wahrhafte Glaube?

Beitrag geändert von free eagle (13.11.2015 22:18:59)

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#2 15.11.2015 14:31:03

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

Re: Mission

Meine Erklärung aus Auswärtiger:

* Die GET-Verantwortlichen(=man) wählen bewusst aus, was ihnen passt, was nicht, wird weggelassen. Alles, was biblisch dienlich sein kann, um Gehorsam zu verteidigen und notfalls zu erzwingen, wird herbeizitiert, was aber soziales Anliegen gegenüber außen, den Mitmenschen bedingt, wird weggelassen.
* Man weiß eigentlich , man muesste evangelisieren, besonders, weil man ja den Anspruch hat, die einzige Gemeinde Gottes zu sein, alle anderen haben Fehler usw. Man weiß auch, wenn man ehrlich ist, dass eine Gemeinde Gottes keine geschlossene Vereinigung ist, dass man die Türen in vielerlei Hinsicht für Suchende offen haben muesste.
* Da man es weiß, es aber nicht tut und auch nicht tun will, muessen andere Ausreden daherkommen: zu viel mit eigenen Leuten zu tun zu haben(= Arbeitsüberlastung) ,angeblich schlechte Erfahrungen(= Sinnlosigkeit aufgrund Erfahrungen) usw.
* Die Ausreden passen sehr schlecht, wenn man darueber nachdenkt, z.B. wie wenig Anziehungskraft man selbst für die vielen eigenen Kinder hat, außer oft nur durch Druck...wie viele man dieser eigenen Kinder hinausgescheucht hat (= schlechte interne Grundstimmung)...was die Urchristen an wirklichen schlechten Erfahrungen erlitten (= wahre schlechte Erfahrung, nämlich Verfolgung bis zum Tod für Christus!) und heute doch keinerlei Verfolgung in Schweiz und der BRD geschieht(= eigentlich bestehen Möglichkeiten ohne Furcht zur Evangelisation) und dass die Schrift keinerlei Erlaubnis gibt, sich freizumachen von dieser Verantwortung, auch dann nicht, wenn abzusehen sein würde, nur wenige zu erreichen...Man muss es zuerst versuchen, bevor man darueber reden kann, es brächte nichts und das ist seit Jahrzehnten, wenn nicht noch länger bewusst unterlassen worden.
* Meine Erklärung dafür ist z.B., dass man z.B. Angst hat, die bisher kontrollierte Gruppe könnte durch Auswärtige neue Gedanken bekommen(= daher anderer Einfluss wächst), dass Auswärtige Fragen stellen werden, ja nachfragen, und sich nicht den Maulkorb lange vorschnallen lassen, sondern auf merkliche Widersprüche aufmerksam machen und zwar laut und deutlich und man eben keine passenden Antworten darauf hat.
* Meine Erklärung dazu ist auch, dass man sich nicht in die eigenen Geschäfte hineinreden lassen will, man ist so überzeugt, die Wahrheit zu haben (wobei letztlich nur Verwandte und die in immer kleinerem Rahmen eher zuhören müssen), dass jede Idee von außen stört, an der Machtbasis kratzt, diese gefährdet usw.
* Meine Erklärung dazu ist auch, dass man sich intellektuell nicht in der Lage fühlt, auf Kritik und Fragen von außen angemessen zu reagieren und dann nur verweisen kann auf Altbewährtes: Leid und schweig! Nur das wirkt nicht bei Besuchern, die nicht in der Gemeinschaft sozialisiert sind... Im Grunde genommen ist es auch ein Eingeständnis, biblisch ungebildet zu sein und im bisherigen kleinen Rahmen dieses verbergen zu können und das, wie man hier an Beiträgen sieht, auch schlecht, denn auch Freunde und Ehemalige frag(t)en sich, wieso so viel nicht ineinander passt an theologischen Aussagen, sondern schon im Kontext des Bibeltextes völlig sinnverkehrt verwendet wird.
* Meine Erklärung ist auch, dass besonders Auswärtige viel eher äußern könnten, dass das System der GET auf Meinungsunterdrückung, mangelnde Offenheit, Zurückziehen auf alte Regeln, wenig Transparenz usw. basiert und man schnell zu hören bekommen könnte, man sei eine Sekte, eine geistige Diktatur, usw....Anstatt aber die Gründe für diesen Eindruck mal kritisch zu beäugen, werden die Tore geschlossen. Es ist ein Versuch, das System innerlich zu halten, indem keine direkte Kritik herankommt(auch geschehen durch Verbote und Abratungen, fremde Literatur zu lesen oder mit anderen über den Glauben zu reden[Wer den wahren Glauben hätte, müsste doch jeder Diskussion und jeder Fremdliteratur standhalten können!]), und gleichzeitig davon ausgeht, weil es viele Kinder gibt, dass bei den 6,7,8....Hinausgejagten oder Vergraulten, quasi den Gemeindefluechtlingen, einige (egal ob ernuechtert oder wie auch immer, wichtig nur als kleine Menge) bleiben, so dass die Gemeinschaft weiterbestehen kann.
* Meine Erklärung ist auch, dass man zwar über die Welt und das Bekehren redet, und einige Grenzlinien zieht, aber letztlich gar kein Bestreben hat, die Welt zu ändern...Man braucht die Welt als Gegenpol, damit man sich weiterhin als bessere Alternative titulieren kann. Dabei verkennt man, dass man viel zu sehr in der Welt selbst ist(allein beruflich), diese aber in moralischer Hinsicht auch noch innerhalb der Gemeinde hat, indem man Misstrauen sät, Leute zur gegenseitigen Beschnüffelung ermuntert, Feindbilder predigt, anstatt spürbar Mitleid über Zustände in der Welt zu äußern und dies dann durch gute Taten zu zeigen. Man braucht die böse Welt, damit man sich elitär fühlen kann. Christsein kann aber nicht heißen, dass man verlorene Schafen draußen ertrinken lässt und dann weiterhin von der bösen Welt redet. Jeder Ungläubige, der einem verlorenen Schaf hilft, hat dann mehr getan als diejenigen, die sich dessen verweigern, weil sie heiliger sein wollen.
* Da man die Welt als schlecht ansieht, man sie aber in keiner Weise ändern will(indem man z.B. Leute ermuntert, diese böse, verdorbene Welt zu verlassen und der reinen, besseren ...Gemeinde beizutreten, ja nicht einmal einen Finger dazu reicht, sondern nur auf die eigene Reproduktion setzt und dabei schon einberechnet, dass davon nur ein kleiner Teil folgen wird..), versucht man, die Gemeinde vor der Welt zu schützen und sie dadurch abzuschotten.
So wird wohl gelehrt, man muesse die Gemeinde irgendwie schützen, es gehe ums Gute..das ist eigentlich ein hehres Anliegen, es passt aber nicht zur internen Lebenswelt, die eben selbst die eigenen Kinder zu hohem Grade vergrault und damit rechnet, dass dies auch geschieht (Ausrede dann: der Teufel habe sie verführt, oder die Gemeinde Gottes müsse eben klein sein, es seien immer nur wenige auserwählt...). Es ist also ein Pseudoschutzbestreben, man schützt nicht das Gute vor dem bösen Äußeren, sondern man definiert etwas als schützenswert, was so gar nicht in der Realität existiert. Es wäre hehr und schön, wenn man wirklich etwas vor außen schützen könnte, wenn es intern eben eine Gemeinschaft gebe, die auf Vertrauen statt Angst, auf Einander-Zugehen, statt Voreinander-Aufpassen basiert..aber dem ist ja nicht so, sonst würde nicht verlangt werden, biblische Maßstäbe zu verletzen, wie man mit Sündern umgeht (nämlich zuerst zu dem Sünder zu gehen und es zwischen zwei Personen zu regeln und nicht die Älteste als Stasi-Behörde als Erstes zu konsultieren...so steht es deutlich in Mt 18.)
Die Masse an Leuten, die aufgewachsen sind und nicht einmal beitreten, nicht einmal später besuchen, können ja nicht alles böse Weltmenschen sein. Das würde ja bedeuten, die Gemeinde hätte moralisch wenig beigebracht.. Es ist nicht nur die angebliche Verführung durch die Welt, die hinaustreibt, es sind die unsäglichen Strukturen, die Menschen krank machen. Ich glaube, an Werten hat die Gemeinde schon viel beigebracht, (dies können aber auch Ungläubige, dazu bedarf es oft nur der Vernunft!), nur innerhalb der Gemeinde hapert es mit Anspruch und Wirklichkeit, wie man selbst mit den Werten und Handlungsgeboten umgeht und einige werden schlicht umgedeutet und pervertiert(z.B. Verpetzen fördern, die unsägliche Taufpraxis usw.). Daher verlassen so viele die Gemeinde, wenn sie die Möglichkeit haben. Selbst bei den Dabeibleibenden ist oft eher Druck als fröhliches Beitreten ein Grund zu bleiben. Vieles ist dabei Zwangsgemeinschaft -durch verwandtschaftliche Verbindungen unterstützt, die sonst aufbrechen würde(also Sozialdruck).

Gibt es jemanden, der sagen würde: Meine GET ist toll, hier finde ich mich geborgen und wohl, kann sagen, was mich besorgt, werde nicht wegen eines offenen Wortes bestraft, sondern aus Suchender um Antworten gesehen, kann Fremde einladen, die sich auch wohlfühlen werden usw...!  ?

Auswärtige würden schnell erkennen, dass nicht ein harmonisches Miteinander herrscht, sondern Angst vor einander, vor Verpetzern, vor Taten, die man begehen könnte, und die doch nur harmlos sind....(z.B. mal in ein Restaurant zu gehen...Was für eine Sünde im Vergleich zu Verpetzern innerhalb der Gemeinde, die Älteste anrufen, die sich ergötzen dran, etwas entdeckt zu haben und dies als Gemeindestasibeamte melden, anstatt zuerst mit der Person zu reden!!!!)
Diese Auswärtigen, die hineinkämen, würden wahrscheinlich als Erstes von irgendwie neugierigen, oder auch kritischen Personen eingeladen werden, mehr erfahren im Laufe der Zeit und könnten Sprachrohr werden für eine Veränderung, die schon längst hätte stattfinden muessen.
Davor grault es der GET-Führung, sie vergrault lieber alles von außen und einen großen Teil auch von innen. Es werden ja immer noch  einige wenige bleiben, die reichen dann auch zum Überleben. Nur wie lange soll dies noch wirken? Jede Gemeindeschließung ist ja ein Beweis, dass mal wieder der Bodensatz örtlich erreicht wurde und es organisatorisch nicht mehr weitergehen kann. Eigentlich muessten die Gemeinden wachsen bei so vielen Kindern und zwar sich verdoppeln in zwanzig Jahren, wenn sie so attraktiv selbst für Aufgewachsene wären.

Es gibt sicherlich noch viel mehr Erklärungen, die passen würden. Aber über eines kann die GET nicht hinwegschauen. Sie missachtet einen Satz aus der Bibel wissentlich, der keineswegs zeitgebunden war, oder nach geraumer Zeit endete....das bei dem Anspruch, bibeltreuer zu sein als alle Gemeinden draußen. Jene Gemeinden draußen haben Sozialwerke gegründet, betreiben Mission (auch wenn die Praktiken durchaus kritikberechtigt sind usw...) Sie tun jedoch etwas, damit die Welt besser wird...Wozu sollte sonst der Anspruch Jesu dienlich sein, Verlorene aus allen Völkern zu sammeln? Die Welt wäre nach biblischem Anspruch besser, wenn man die Verlorenen hineinbekäme. Diesen Anspruch missachtet die GET absichtlich. Dabei ist ihr Gruender selbst nur durch Mission erfolgreich gewesen und ist herumgereist und hat den gesamten süddeutschen und schweizerischen, ja auch elsässischen Raum besucht, um Leute zu ermuntern, seiner Bewegung beizutreten. Galt das nur bis 1857?

Beitrag geändert von GET-Wissensinteressierter (21.11.2015 16:14:07)

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