Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 12.07.2015 20:57:36

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

Leben innerhalb der Gemeinschaft

Mich würde interessieren, wie das Gemeindeleben innerhalb der Gemeinschaft neben dem Gottesdienst aussieht:

In früheren Zeiten wurde mir berichtet(ich bin interessierter Außenstehender), dass das Gemeindeleben sehr fruchtbar war, Menschen fühlten sich heimisch und die Angrenzung zur Außenwelt wurde kompensiert durch viel innere Gemeinschaft.

Andere Berichte sagen aus, wer sich anpassen konnte, ruhig blieb, sich bemühte, nicht negativ aufzufallen, konnte diese Gemeinschaft empfinden. Was geschah aber mit denen, die sich schwerlich anpassen konnten, aber noch nicht sündigten, sondern eben nur auffielen, durch einen eigenen Willen, eine eigene Meinung usw.? Mir scheint der Umgang mit "schwierigen Personen" wurde zunehmend strikter und gefühlloser.

Berichte aus Deutschland sagen mir, dass heutzutage man sich kaum mehr in Versammlungen kennt, selbst nach Jahren nicht unbedingt, weil es eine "Auseinandergeh-Gemeinschaft" nach dem Gottesdienst sei, jeder geht seines Weges, viel Gemeinschaft über den Sonntagsrahmen hinaus gebe es nicht mehr, vielmehr Angst, falsch aufzufallen. Das hat vielleicht damit zu tun, dass kein Vetrauen mehr herrscht zueinander, wenn man etwas falsch macht...dann lieber wenig miteinander zu tun haben..

Aus Amerika wird mir berichtet, dass in der vergleichbaren Gemeinde starke gegenseitige Kontrolle herrschte (jene Berichte decken sich immer mit deutschen zur gleichen Zeit, wohl weil ähnliche Strukturen eingeführt wurden), diese Kontrolle ging soweit, dass Ehepartner einander bei Ältesten anschwärzten, wenn der andere etwas begangen hatte. Verstanden wurde dies als "Dienst der Liebe an dem Bruder, um ihn zurechtzuweisen mithilfe der Ältesten". Im Grunde genommen hat es eheliche Eintrcht zerstört und die Macht der Ältesten erhöht.



Hat sich ein Gemeinschaftsgefühl, welches einmal Heimat bot, nun zu einem reinem Angstgefühl bis in die engsten Familienkreise gewandelt?
Mich würde interessieren, welche Entwicklungen die Gemeinden in den letzten Jahrzehnten durchgenommen haben, so dass heute eben kein glückliches Gemeindeleben mehr vorzufinden sei, sondern eher eine mit Stress und Angst belastete Gemeinschaft.

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