Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 12.07.2015 21:26:28

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

Kinder und ihre Zukunft

Die GET Unvertragsamen sind eine kleine Gemeinschaft, wobei es für Außenstehende scheint, dass es immer weniger Auswahl an nicht verwandten Personen gibt, der Genpool also kleiner wird und viele die Gemeinschaft verlassen, wenn sie volljährig und unabhängiger sind.

Wie ergeht es aber denen, die, warum auch immer, in der Gemeinde gebunden sind und bleiben wollen?
Ein Mensch sehnt sich nach Naehe zu anderen Menschen und ab der Jugendzeit wechselt eben der Kontaktwunsch von Elternseite nach außen. Wie verläuft das Leben junger Erwachsener, die gelehrt wurden, nur innerhalb der Gemeinde Gottes, der eigenen, zu heiraten, nur dort heraus den Ehepartner/die Ehepartnerin zu suchen.
Viel Auswahl scheint es nicht zu geben, wie geht man damit um?

Welche Rolle haben die Ältesten dabei? Verkuppeln sie wirklich noch, wie dies in Amerika bei der moderat konservativen ACCA getan wird. Es wird zwar als "Zwischen-Vermittlungs-Instanz" gesehen, ist aber letztlich Verkuppeln, weil dies von der Gemeinschaft gefordert wird. Gerade dieses Dazwischengehen und Verkuppeln, scheint mir viel Macht einem Ältesten zu geben, indem er Druck ausübt und vielleicht Intimitäten erfährt. Oder handhaben es die Jugendlichen letztlich mittlerweile doch selbst? Aber welche Möglichkeiten haben sie in einer derart kontrollierten Gemeinschaft Freiraum für die Partnersuche für sich zu haben?

Der weitere Aspekt, der mich berührt, ist, wie die Kinder der GET Unvertragsamen damit umgehen, zu den anderen "weltlichen" Kindern auch dazugehören zu wollen, aber sich von jenen absondern zu sollen.
Gerade die praktizierte Absonderung und der mangelnde freundschaftliche, persönliche Kontakt nach außen ist ja ein späterer Grund, eben die Gemeinschaft nicht zu verlassen, weil jene die einzige freundschaftliche Ebene ist, die man bisher haben durfte. Für eine Person, die die Gemeinschaft verlassen will, sind eben Außenkontakte wichtig, damit sie nicht in eine Situation gerät, wo sie keinen Menschen mehr zum Reden hat: von innen gemieden, und außen keine Kontakte bisher knüpfen dürfen.
Wie gehen Kinder damit um und erst recht Jugendliche, die innerhalb ihrer Gemeinschaft keinerlei Jugendbetreuung im Sinne von Gemeinschaftsgestaltung vorfinden, und hören, dass die "da draußen" Spaß miteinander haben in Vereinen, beim Einkaufengehen oder Musikhören...eben in vielerlei Hinsicht Nähe erleben, die Fremde einfasst und nicht ausschließt...

Vielleicht gibt es hier interessante Lebenserfahrungen, die später zeigen, was nötig ist, um selbständig und glücklicher zu werden, ohne nur abhängig zu sein.

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