Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 26.12.2017 19:38:03

Insider
Mitglied

Taufe

Immer mal wieder gibt es in den Betrachtungen Andeutungen, dass eine Person erst durch die Taufe wahrhaft gläubig, also wiedergeboren sei. Ohne Taufe ist es demnach nicht möglich, einst in den Himmel zu kommen. Ebenfalls wurde schon gesagt, dass es einmal, wenn keine Älteste mehr da seien, es unmöglich werden würde, das Heil noch zu finden. Diese Aussagen entbehren jeglicher biblischen Grundlage. Nach meiner Einschätzung wird sie nur deswegen verwendet, um Druck auszuüben. Es gibt bekanntlich in Europa nur noch 4 Älteste, und damit möchte man aufzeigen, dass es „letzte Zeit“ sei (dass die Entrückung ALLER Gläubigen der ganzen Erde nahe ist, ist zweifellos wahr, aber das hat nichts mit den wenigen Ältesten in der Gemeinschaft evangelisch Taufgesinnter zu tun!)

Was sagt die Bibel zu dieser Lehre, dass die Taufe heilsnotwendig sei?

Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. (Markus 16,16)

Würde die Lehre der GET stimmen, müsste es im zweiten Abschnitt heissen „... wer aber nicht glaubt, und nicht getauft wird, der wird verdammt werden.“ Allein aus dieser Stelle, die uns wie alles andere nicht umsonst genau so aufbehalten wurde, wird völlig klar, dass allein der Glaube errettet, und nicht die Taufe.

Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. (Lukas 23, 43)

Wer behauptet, die Taufe sei heilsnotwendig, macht (bewusst oder unbewusst) Jesus Christus zum Lügner. Denn dass der Schächer nicht noch getauft wurde vor seinem Tod, dürfe klar sein. In verschiedenen Versammlungen wurde in der Betrachtung wegen dem Schächer (dessen sehr kurze Bekehrungsgeschichte ja aufzeigt, dass kein langes Prozedere nötig ist) gesagt, er habe bestimmt schon vorher lange Busse getan, und deswegen am Kreuz die Zusage des Herrn erhalten. Einmal mehr kommt deutlich zum Vorschein, dass die Bibel nicht nur oberflächlich, sondern  im Zusammenhang gelesen werden muss, wenn wir sie wahrhaft verstehen und daraus betrachten wollen. Wäre dies in der GET üblich und erwünscht, wäre den Lehrbrüdern dann nicht aufgefallen, dass diese Zusatzgeschichte unmöglich wahr sein kann? In Gottes Wort steht nämlich auch noch folgendes:

-Desgleichen schmähten ihn auch die Mörder, die mit ihm gekreuzigt waren. (Matthäus 27,44)

Sie, die Mörder, (in Mehrzahl!), haben ihn auch noch geschmäht. Also auch der Schächer! Erst während dieser Mann am Kreuz hing, wurde ihm bewusst, dass er ein Sünder ist. Dann erst tat er Busse, in dem er bekannte, dass er nur empfängt, was seine Taten wert waren. Seine Bekehrung umfasste alles, was eine wahre Bekehrung in Gottes Augen beinhalten muss: Einerseits der Blick auf sich selber, welchem die Erkenntnis der eigenen Sünden und Sündhaftigkeit bewusst wird - andererseits der Blick auf den Herrn =
HERR, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! (Lukas 23, 42)

Die Antwort des Herrn kennen wir bereits. So möchte ich auch an dieser Stelle Dich, der Du Dich vielleicht schon zum unzähligsten Mal gefragt hast, ob Du wohl immer noch nicht genug Busse getan habest, und darum nicht Frieden finden konntest, ermutigen: Mache es wie der Schächer (und notabene alle, die wahrhaft den Anker finden durften, der ewig hält): Richte nun, da Du erkennen durftest/musstest, dass Du der grösste Sünder bist,  Deinen Blick weg von Dir selber hin zu Jesus Christus! Lies, was Gottes Wort zu Dir, dem reumütigen Sünder spricht! Und glaube was du liesst! Glaube es! Glaube, was die heilige Schrift über Dich sagt, und glaube ebenso, was sie über unseren geliebten Herrn und Heiland Jesus Christus und über Gott, den Vater sagt: „Also hat Gott die Welt (Dich!) geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle (also auch Du!) die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“

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#2 28.12.2017 23:08:01

Insider
Mitglied

Re: Taufe

Dass man in der „Versammlung“ die Taufe als heilsnotwendig erachtet, könnte auch damit zusammenhängen, dass man glaubt, dass die Ältesten ja nach der Taufe die Hände auflegen, um den Heiligen Geist zu erflehen. Sie berufen sich da auf die Stelle in der Apostelgeschichte, wo den Gläubigen in Samaria nach der Taufe zu diesem Zweck die Hände aufgelegt wurde. Bedenken wir einmal folgendes: Wäre diese Praxis für uns Heiden so noch heute gültig, so müsste sie durch die ganze Apostelgeschichte so praktiziert worden sein. Wenn wir aber dieses ganze Bibelbuch (um nicht zu sagen, die ganze Bibel) im Zusammenhang lesen, erkennen wir klar, dass dies nicht so war. Welche Bekehrung muss uns zwangsläufig als Grundlage diesen? Nicht umsonst wollte Gott, dass uns genau die Bekehrung des Kornelius so detailliert aufbehalten wurde. Und wie wir (hoffentlich) alle wissen, fiel dort der Heilige Geist VOR der Taufe auf alle, die dort zusammengekommen waren! Ein Widerspruch in der Bibel? Keineswegs, wenn man sich einmal gründlich damit auseinandersetzt, warum in Samaria (das waren nicht Heiden wie wir) das Händeauflegen sehr wohl nötig war. Bei Kornelius hingegen fiel der Heilige Geist auf alle, die dort beisammen waren, also in dem Moment, wo sie glaubten/gläubig wurden. Das stimmt mit Epheser 1,13 überein: Sie hörten das Evangelium, sie glaubten und wurden mit dem heiligen Geist versiegelt.

Wer sich also über die Tatsachen in der Bekehrungsgeschichte des Kornelius hinwegsetzt, macht er nicht den Heiligen Geist zu einem Lügner? Ist das nicht unfassbar ernst?

Bemerkenswert ist übrigens auch folgender Gedanken: Wäre die Taufe notwendig für die ewige Errettung, welch eine Verantwortungslosigkeit von Paulus wäre es gewesen, zwar das Evangelium zu verkündigen, aber nicht jeden einzelnen der Neubekehrten zu taufen!
Siehe: 1. Kor. 1, 10-17, insbesondere den letzten Vers: „Denn Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu predigen, nicht mit klugen Worten, auf dass nicht das Kreuz Christi zunichte werde.“

Wäre die Taufe nötig zur ewigen Errettung, wäre Gott folglich auf Menschen und deren Urteilungsvermögen angewiesen in der Frage, ob nun dieser oder jener Mensch errettet ist. Verweigert ein Ältester zu Unrecht die Taufe, was wäre denn nun mit diesem? Es KANN nicht stimmen! Apropos Älteste: Finden wir in der Bibel eine Stelle, wo ein Ältester tauft? Mir ist keine bekannt. Bei Kornelius war es nicht Petrus persönlich, welcher taufte, sondern ein unbekannter Bruder, von welchem uns nicht einmal der Name aufbehalten ist.

Einmal mehr steht die ernste Frage in Raum: Ist die Bibel wirklich die alleinige Grundlage der GET?
Wird in der GET wirklich die Wahrheit (Johannes 14,6) verkündigt?
Die Antwort kann Dir nur die Bibel selber geben. Lies sie unter Gebet, im Zusammenhang und mit verlangendem Herzen, und glaube ganz besonders: „...wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.“ Johannes 6,37.
Dessen bin ich (und mit mir alle, die aufrichtig zu IHM kamen) Zeuge, und möchte Dir so gerne Mut machen! Suche das ewige Heil nicht bei Menschen, mögen sie eine Stellung haben wie sie wollen, höre ALLEIN auf Gottes Wort.
Wenn Du zu denen gehörst, die sich nach einem Philippus sehnen, der zu Dir auf den Wagen sitzt, dann bete darum! Der Herr wird Dir jemanden senden, der Dir hilft, die Schrift zu verstehen. Aber höre nur auf Menschen, die AUSSCHLIESSLICH MIT GOTTES WORT Antwort auf Deine Fragen geben! Menschenantworten führen in die Irre.

Beitrag geändert von Insider (28.12.2017 23:10:55)

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