Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

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#1 29.06.2015 11:08:03

puep66
Mitglied

Interpretation „Schmaler Weg“

Habe hier ein Kurzportrait zur GET Basel gefunden:

http://www.inforel.ch/i1109.html (link geprüft am 4. Oktober 16)

Unter Lehre und Ziele steht:
Die Gemeinschaft der Evangelisch Taufgesinnten geht den «schmalen Weg» nach der Bibel. Diese Aussage bezieht sich auf eine Stelle im Matthäus Evangelium (Matthäus 7:13 – 14).

Darauf wird in der Predigt auch häufig hingewiesen, allerdings ohne zu erklären was es bedeutet. Gelebt wird es so, dass nach vorangegangener Glaubenstaufe gewisse Sachen mit Selbstverständlichkeit unterlassen werden: Ferien in gewissen Regionen in der Schweiz (z.b. Tessin) und im ganzen Ausland, Essen im Restaurant, Übernachten im Hotel, Passstrassen, Instrumente und jede Art von Musik, etc. etc.

Es ist bestimmt gut gemeint, dass das so ernst genommen wird aber bedenklich ist, dass als Konsequenz davon andere Bibelstellen vernachlässigt werden.

Die Bibelstelle kann ja auch bedeuten, dass der Weg Christi kein Raum lässt um nach rechts und links, sondern nur auf Ihn zu schauen. Und Christus hat uns doch nicht vorgelebt, dass das Evangelium im geschlossenen Rahmen nur ganz wenigen Menschen gepredigt werden soll. Mit Offenheit und Transparenz könnte man schon viel erreichen oder zumindest Aussenstehende zu einem Versammlungsbesuch zulassen, wie dies mittlerweile in einem andern Beitrag thematisiert wird. Aber leider ist der Wille nicht vorhanden und es ist gar nicht erwünscht, dass neue Menschen den Weg aus der Welt zur Gemeinde finden. Es wird gesagt, es gäbe innerhalb der Gemeinde schon genug Probleme. Wer nicht in die GET geboren wurde ist und bleibt „Welt“. Der Fokus ist eben darauf gerichtet diesen Weg möglichst schmal zu halten.

Man bedenke unter anderem:
- Da werden sie ihm antworten und sagen: HERR, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder als einen Gast oder nackt oder krank oder gefangen und haben dir nicht gedient? (Matthäus 25:44)
-Und der dritte kam und sprach: Herr, siehe da, hier ist dein Pfund, welches ich habe im Schweißtuch behalten; ich fürchtete mich vor dir, denn du bist ein harter Mann … (Lukas 19:20)
- ... mit welcherlei Mass ihr messet, wird euch gemessen werden und mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden
- … denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern (Lukas 12: 48)
-Denn wer da weiss, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde (Jakobus 4:17)
- Niemand zündet ein Licht an und setzt es an einen heimlichen Ort, auch nicht unter einen Scheffel, sondern auf den Leuchter (Lukas 11:33) So schaue darauf, daß nicht das Licht in dir Finsternis sei (vers 35)
-Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur (Markus 16:15)
- Wer sich aber mein und meiner Worte schämt, des wird sich des Menschen Sohn auch schämen (Lukas 9:26)

Ich denke, es ist nie gut wenn zu sehr auf einzelne Stellen fokussiert wird und dann den roten Faden verliert. Es gibt Versammlungen, die nicht alles zulassen und trotzdem sehr bestrebt sind, dem Evangelium als Ganzes nachzukommen. Diese sind aber alle "auf breitem Weg", dies wurde letztlich wiederholt ganz deutlich gesagt. Es gäbe insgesammt nur noch 4 Älteste, ohne diese wäre die Tür zum Himmel zu

Beitrag geändert von puep66 (04.10.2016 17:47:39)

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#2 12.07.2015 11:52:17

JüngsterÄltester
Mitglied

Re: Interpretation „Schmaler Weg“

Ja, dieser schmale Weg sollte aus Glaube und Liebe an Jesus Christus und Genüge an Ihm bestehen.
Gemäss dem von Gott eingestellten Apostel Paulus müsste er auch frei vom Gesetz sein.

Leider versäumten es die Ältesten der GET, darauf Acht zu geben, dass keine Gesetzte und Menschengebote den schmalen Weg verbreitern.
Stattdessen wurde er von Ihnen regelrecht mit solchen zugepflastert, so dass dadurch der grosse und barmherzige, liebende Gott sehr klein gemacht wird.

Anstatt in Gottseligkeit auf die Wiederkunft Christi zu warten, musste etwas dienen, welches scheinbar Sicherheit und Bestätigung gibt, etwas welches von anderen Gemeinden und Christen abgrenzt und die GET einzigartig macht.

Jesus Christus hat seit bald 2000 Jahren das Werk am Kreuz vollbracht und es ist bestimmt für jeden glaubenden Christen eine lange Wartezeit und eine Herausforderung, diesen schmalen Weg zu begehen.

Ging es nicht vor Zeiten auch dem Volk Israels ähnlich als Mose verzog und lange nicht vom Sinai zurückkam?

"....da sah ich, und siehe, da hattet ihr euch an dem HERRN, eurem Gott, versündigt, daß ihr euch ein gegossenes Kalb gemacht hattet und schnell von dem Wege getreten wart, den euch der HERR geboten hatte." (5. Mose 9.16)

Ich habe den Eindruck, dass bei den GET Heute an Stelle des gegossenen Kalbes die Menschensatzungen und die hochgeachteten Traditionen und Satzungen der Ältesten dienen.

Beitrag geändert von JüngsterÄltester (12.07.2015 20:15:51)

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#3 02.09.2015 22:01:02

Insider
Mitglied

Re: Interpretation „Schmaler Weg“

Mitglieder der Versammlung haben unzählige Menschengebote einzuhalten, mit dem Ziel, den schmalen Weg eben schmal zu erhalten. Dabei wird aber offensichtlich übersehen, dass dem Teufel damit regelrecht in die Hand gespielt wird: Wer also richtig gekleidet, richtig gekämmt, einer guten Beschäftigung nachgeht, und ganz besonders vielen, vielen weltlichen Vergnügen absagt, und da nicht mitmacht, und dort nicht hingeht, der begibt sich in grosse Gefahr. Das musste schon der Pharisäer erleben, der im Tempel betete: „Ich danke Dir Gott, dass ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“ (Lukas 18,11) Wie sieht es aus, wenn man dieser Aufzählung noch „Weltleute“ oder gar „Mitglieder einer anderen Gemeinschaft“ hinzufügen würde? Ist die Versammlung wirklich völlig frei davon, so zu empfinden? Wird je auf diese Gefahr hingewiesen? Kann der Gedanke, dass man sich immer nur in der Rolle des Zöllners sieht, nicht auch zu Hochmut führen?

Was sagt Jesus über diejenigen, die sich grosse Mühe gaben, in äusserlichen Dingen alles richtig zu machen? Sich also mit auferlegten Satzungen selber zu guten Menschen machten?

Das ganze Kapitel 23 in Matthäus spricht eine deutliche Sprache!

-  Alle ihre Werke aber tun sie, dass sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Denkzettel breit und die Säume an ihren  Kleidern gross. (Matthäus 23,5)

  Mitglieder der GET fallen je länger je mehr auf, mir ihrem Äusseren.

- Ihr verblendeten Leiter, die ihr Mücken seihet, und Kamele verschluckt. Matthäus 23,24

Ein Beispiel: Eine Frau, deren Rock wenige cm zu lang ist, wird gerügt. Viele esoterische Praktiken jedoch werden ohne sie zu hinterfragen angewendet. Esoterik ist jedoch eindeutig aus dem Reich der Finsternis!

Auch Römer 4 ist eine klare Aufforderung, sich nicht auf Werke zu verlassen. Nicht das Einhalten von notabene selbst gemachten Gesetzen führt zur Seligkeit, sondern allein der Glaube. Wird der Fokus stark auf das Einhalten der Gesetze gerichtet, bleibt kaum mehr Kraft, sich mit der Frage zu beschäftigen, was wir nach dem Willen des Herrn tun sollen. Wo will Er uns haben? Wofür sollen wir uns einsetzen? Wie können wir Ihm im Alltag dienen? Wo finden wir Arme unter uns, die unsere Hilfe brauchen? Wie können wir noch viel mehr wirklich in den Fussstapfen unseres Heilandes wandeln, und den Geringsten unter uns dienen? Diese Fragen kommen zu kurz, wenn wir dauernd damit beschäftigt sind, ja nichts falsch zu machen, um den schmalen Weg ja nicht zu verlassen.

Ein vor einiger Zeit gelesener Spruch geht mir diesbezüglich nicht mehr aus dem Kopf: „Es ist besser, demütig einen Schluck Wein zu trinken, als hochmütig Wasser.“ Unwillkürlich muss ich dabei immer an die Versammlung denken.

Petrus sprach zu Jesus: „Herr, bist du es, so heiss mich zu dir kommen auf dem Wasser.“ Und er sprach: „Komm her!“ (Matthäus 14,28+29)
Nicht mehr als dieses „Komm her!“ Er prüfte ihn nicht zuerst, ob wohl sein Glaube stark genug sei, oder hielt ihm eine Predigt darüber, woran er sich dabei alles halten solle. 

- Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus; denn die  Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. 1. Johannes 4,18

Wer sich von der Angst, etwas falsch zu machen treiben lässt, kann unmöglich gleichzeitig ein Werkzeug Gottes sein.

Wie denken andere darüber?

Wie ist es möglich, dass in der Versammlung auf kleinste Details geachtet wird, wenn es um Äusserlichkeiten geht, andererseits jedoch eine erstaunliche Offenheit vorhanden ist, wenn es um alternative Medizin geht? Sagt nicht die Schrift deutlich, es sei in keinem andern Heil, denn in Ihm? Warum werden Heilsteine, Homöopathie, Cranio-Sakral-Therapie und andere undurchsichtige Therapien nicht kritisch betrachtet, und entsprechend entschieden davor gewarnt? Ist unklar, wie und warum eine Therapie wirkt, ist äusserste Vorsicht geboten! Unsichtbare Kraft kann nur von Gott, oder aber dem dunklen Reich Satans kommen. Wenn wir uns mit den Kräften Satans einlassen, öffnen wir ihm unbemerkt Tür und Tor!

DA muss der Weg schmal gehalten werden, es wäre bitter nötig!

Je mehr der Fokus auf das Einhalten äusserlicher Gesetzgebung gerichtet ist, desto mehr bleibt der Fokus auf die Herzenshaltung auf der Strecke.

Das Beispiel von Kain und Abel zeigt deutlich, dass es eben nicht bloss darum geht, alles richtig zu machen. Beide der Brüder brachten das Opfer, machten äusserlich das Richtige. Warum war eines angenehm vor Gott, und das andere nicht? „Dem Demütigen schenkt Gott Gnade“ heisst es. Also stand einer in der Demut, und der andere nicht. Die Herzenshaltung machte den Unterschied.

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