Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft - vom Einstieg, dem Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

Du bist nicht angemeldet.

#1 15.02.2019 23:18:44

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

Der Chef-Älteste Robert Hari starb - neue Regeln in der GACC

Tagelang war diese Nachricht nur spärlich im Netz verzeichnet
(eine Anzeige stände noch aus, so hieß es 29.01.2019 - Obituary for Robert Herman Hari. A Full Obituary is Pending.),
die dann doch erschien, allerdings sehr spät.


_______________________________________________________________________________________________________________

Dies ist die Online-Anzeige:

Robert Herman Hari

Silverton - Robert was born in Portland, Oregon on January 2, 1925 to Herman and Minnie Hari. He passed away in Salem, Oregon on January 29, 2019. Robert was preceded in death by his wife Mary Ann in 2015. He is survived by his children and spouses: Nina (Aaron) Stadeli, Brenda (Dan) Witt, Margie (Dennis) Neukomm, Doris (Greg) Shantz, Myra (Rick) Juetten, Roy (Treva), Russell (Celeste), Trudy (Thomas) Kuenzi, Denise (Stephen) Ifft, Ryan (Hidi), 37 grandchildren, and several great grandchildren. Robert was a county employee from his early twenties to his late sixties. He remained on his in rural Silverton farm until shortly before his death. Robert's caring nature will be missed by his family and many others. Private services were held at the German Apostolic Christian Church cemetery. Arrangements by Weddle Funeral Service.
Published in StatesmanJournal on Feb. 9, 2019

_______________________________________________________________________________________________________________


Ungewöhnlich ist die Anzeige nach der Beerdigung nicht, da die GACC ja nicht um Beerdigungsteilnehmer wirbt, sondern diese begrenzt. Die Tage Verzug sind dagegen schon auffallend.
Sowieso sind die Handlungen am Grabe sehr kurz, fast schon unliebsam...schnell wird´s abgehandelt, wenige Teilnehmer gibt´s, keine Freude über viele Teilnehmer, sondern Begrenzung der Anzahl. Fast hat es den Anschein, dass man still und leise beerdigt. Beerdigungsansprachen finden auch nur am Grabe statt, das schon Jahrzehnte.

Interessant wird es um die Vorgeschichte und was nachher stattfand:



Zuletzt hatte die GACC in Oregon drei Älteste:
_____________________________________

Einige Wochen vor Robert Haris Tod wurde ein neuer Ältester bestimmt.
Zeitgleich oder -nah wurde dieser auch zum Lehrbruder vorher gemacht. Ob dies nun eine Differenz von Stunden oder einer Woche war, ist bisher unklar. Es scheint aber, der Notfall bestand, dass die traditionelle Methode (es nimmt zwei Ältesten, um einen neuen zu bestimmen) noch rechtzeitig eingehalten werden sollte und somit die Probezeit eines Lehrbruders extrem verkürzt wurde.
Berichtet wurde, dass die Ordination quasi am gleichen Tage als Lehrbruder und dann zum Ältesten stattfand. Das gab es noch nie vorher, dies ist auch völlig unbekannt aus der ACCA. 
Die Notsituation (Robert Hari war sterbenskrank) muss dazu gedrängt haben, gleichzeitig behielt er dabei noch die Kontrolle, wer es würde.




Einige Zukunftsprobleme gelöst:
__________________________

Das Problem, welches sich sonst ergeben hätte (Wie einen neuen Ältesten ernennen, wenn es zwei dafür nimmt?) , wurde somit gelöst. Gleichzeitig auch manch anderes:

a) Eine Anhängigkeit von der Schweiz wurde vermieden, irgendwelcher Einfluss, der hätte geltend gemacht werden können, ausgehebelt. Von dort hätte aufgrund der ehemaligen Verbindung die Einsprache bei der Ältestenordination erfolgen können.

b) Roger Iffts Wunsch, wieder mit voller und mehr Macht im Falle des Ablebens von Robert Hari eingesetzt zu werden, hat sich erübrigt, sowieso ist er (geb. 1940) auch selbst nicht mehr der Fitteste für das Amt, seine Zeit ist nun auch vergangen. Womöglich mag er noch aufgenommen werden als Mitglied, aber das Amt des ältesten Ältesten wird ihm bestimmt nicht mehr gegeben.

c) Die beiden Ältesten sind nicht mal fünfzig Jahre alt, der eine wird es dieses Jahr(Th. Kuenzi). Die Gemeinde könnte also so weiterbestehen, ohne Druck demnächst neue Älteste bestimmen zu müssen(sie sollte einen dritten, damit zwei immer vorhanden seien). Die Gemeinde könnte mit beiden florieren, sich halten oder zu Ende gehen. Es sind mindestens einige Jahrzehnte, die sie leiten können.

d) Auch P. Baers Anliegen mag ausgehebelt worden sein, selbst einmal Ältester zu werden. Robert Hari hätte ihn, einen Gefolgsmann von ihm, einsetzen können, er unterließ es aber.
Genau wie Deutschland ohne Ältesten ist und die Schweizer die Kontrolle unter sich behalten wollen, so hat Robert Hari alle Führerschaft in Oregon konzentriert.

e) Anscheinend gibt es keinen Chef-Ältesten-Status mehr, vielleicht hat dies Robert Hari selbst so gewollt, keinen von beiden eine übermäßige Macht geben zu wollen, vielleicht sehen beide dies auch als gemeinsame Verpflichtung. Und dem Jüngeren von beiden mag auch im Zuge der kurzen Zeit mangelnde Erfahrung zugrundeliegen, alleine führen zu können.
Der schon länger nebenbei amtierende Älteste Th. Kuenzi hatte schon beim Schweizerbesuch in Forrest 2017 verkündet, nicht Chef-Ältester werden zu wollen.



Der neue Älteste heißt...:
____________________

Es ist nun Zeit den neuen Ältesten vorzustellen:
Er heißt Jeffrey Zurbrugg
(ehemals wohl Zurbrügg, die Herkunft über Gottfried Zurbrügg(sein Opa) aus Kandergrund lässt sich ergründen),
Sohn von Wayne Zurbrugg. Ein junges Mitglied mit seiner Frau(Jill Kuenzi, von Clifford) in der GACC.
Die Herkunftsfamilie zeigt ein typisches Bild einer GACC-Familie: viele Kinder, versprengt hier und dort in Gemeinden oder auswärts, wenige bei der GACC(zwei getaufte bekannt), ledige Kinder, ein Kind mit Mann aus der GACC nun in der ACCA usw.




Besucher nun willkommen?!
______________________

Schnell haben die beiden Älteste etwas verkündet: Nunmehr darf wohl jeder, der es will, in Oregon (ob auch in Illinois?) die Gemeinde besuchen.

Das ist eine große Änderung in kurzer Zeit!



In Anbetracht beschämender Verfahrensweisen bisher, wie man mit Besuchern umging, ist dies eine große Ankündigung. Ein Ankündigung, die mehr Offenheit suggeriert, die einlädt?, die einladen soll?, die Einfluss von außen bringen wird, die etwaig auch dazu führen wird, dass Gemeindeleute ebenso andere Versammlungen besuchen?, die die Auflösung fördert oder Zusammenhalt stärkt?


Wie dies alles genau gehandhabt werden wird, bleibt abzusehen.



Ob die Schweizer und Deutschen auch dahingehend normales Verhalten zeigen werden, wird sich zeigen, statt den Schlüssel in der Hosentasche warm zu halten, um möglichst schnell abzuschließen, damit kein Fremder es wagen könnte, hineinzukommen!

Woran diese Änderung, die das Gemeindegebaren endlich mal zum Normalen führen könnte
(nämlich sich zu freuen, wenn Menschen Interesse an ihrem Gottesdienst haben, statt sie hinauszuekeln, so wie dies auch ein christliches Gebot ist, statt jeden friedlichen Besucher hinauszubeten, ihn zu kompromittieren mit einem Verhör, das er erst über sich ergehen lassen müsste usw.)
lag, ist fraglich.
Welche Einsicht mag dahinter liegen? Die Entwicklung ist auch jeden Fall gutzuheißen, ob sie zu spät kommt oder die Auflösung forcieren wird, ob sie festigend und zum Wachstum führen wird, bleibt abzuwarten.

Natürlich wirbt die Gemeinde von nun an nicht mit einem Welcome-Schild, es gibt ja nicht einmal einen Gemeindeversammlungsnamen an der Eingangstür vorne, sondern straßenseits wird nur auf die Wohneinheiten hinter dem Gemeindehaus in Oregon hingewiesen.  Und natürlich wird kein Ansturm stattfinden, dafür liegt die Gemeinde zu abseits, dafür muss man erst erkennen, dass hier eine Gemeinde ist usw., dafür gibt es wohl auch einen bekannten fremdenfeindlichen Ruf, denn die Abweisungen werden sich herumgesprochen haben.



Aber was wird geschehen, wenn völlig Fremde die Gemeinde betreten? Welche Auswirkungen wird dies auch auf die deutsche Predigt haben, denn die Gemeinde spricht untereinander ja kein Deutsch mehr, sie ist also keine Sprachminderheit, sondern tradiert nurmehr das Deutsche noch. Oder zieht sie Deutschsprachige aus täuferischen Kreisen an?

Das ist nun alles spekulativ, aber wir werden sehen, was kommen wird.

Über Anmerkungen, Ergänzungen usw. wäre ich froh.

Beitrag geändert von GET-Wissensinteressierter (16.02.2019 16:13:49)

Offline

#2 26.02.2019 23:09:17

Basler
Mitglied

Re: Der Chef-Älteste Robert Hari starb - neue Regeln in der GACC

Das ist ja interessant - besten Dank nach Illinois! Zwei Dinge fallen mir besonders auf. Der Nachfolger Zurbrugg stammt aus Kandergrund; Hari ist ein Adelbodener Familienname - zwei Dörfer weiter. Daraus könnte man Überlegungen ableiten über die Rolle des Heimwehs der Auswanderer. Solidarität unter den Kandertalern! Zweitens fällt auf in deinem Bericht, wie sehr die Machtfrage immer wieder im Spiel ist. Es ist gut, diese Dinge so klar zu sehen.
Nebenbei - und weil das Thema "Deutsch" offenbar eine Rolle spielt: Das englische "it takes" ist zu übersetzen mit "es braucht" - und nicht "es nimmt". Obwohl "to take" natürlich nehmen bedeutet.

Beitrag geändert von Basler (27.02.2019 15:24:30)

Offline

#3 01.03.2019 23:21:40

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

Re: Der Chef-Älteste Robert Hari starb - neue Regeln in der GACC

Ja ja, der englische Einfluss...Ich denke, am passendsten wäre es "es werden zwei Älteste benötigt, um...", während Schweizer wohl "es braucht" sagen, sagen Bundesdeutsche doch sehr viel mehr "es nimmt". Inwieweit das schon englischer Einfluss ist, mag schon an anderer Stelle untersucht worden sein, es kann auch einfach sprachlich aufgrund germanischer Sprachverwandtschaft normal sein:

" Es nimmt eben bisschen mehr Zeit." ("Es braucht eben bisschen mehr Zeit." oder wohl am ehesten Schriftdeutsch: "Man benötigt eben ein wenig/bisschen mehr (an) Zeit.") , "Das nimmt sich nicht viel!"

P.S. bin Bundesdeutscher...war nur in den USA und habe Kontakte dorthin.


Die Stammlinie beider angesprochenen Personen oben ist:

Gottlieb Zubrügg(ck?) --> Wayne Zurbrugg --> Jeffrey Zurbrugg(heutiger Ältester)
Gilgian Hari (bis 1874) --> Christian Hari --> Herman Hari --> Robert Hari  --> Trudy (Hari) Kuenzig oo Thomas Kuenzi(heutiger Ältester)

Und innerhalb dieser Generationen verläuft sodann der Sprachverlust ja näher man zur Gegenwart kommt:
Gottlieb Zurbrügg = Einwanderer, aktiver Sprecher
Gilgian Hari und Christian Hari, Einwanderer, aktive Sprecher.

Bei der zweiten Generation wirds dann langsam interessant, passive und aktive Beherrschung, aber auch aktive Anwendung durchgängig im familiären Kontext?

Beitrag geändert von GET-Wissensinteressierter (01.03.2019 23:31:56)

Offline

#4 02.03.2019 18:57:34

Basler
Mitglied

Re: Der Chef-Älteste Robert Hari starb - neue Regeln in der GACC

War denn dieser verstorbene Robert Hari nicht der Sohn jenes Emil Hari, der am 11. Oktober 1953 in Basel jene berühmte Betrachtung gehalten und offenbar über Jahrzehnte die GACC (nicht nur in den USA) beherrscht und in noch unversöhnlichere Extreme getrieben hat?

Beitrag geändert von Basler (02.03.2019 18:59:46)

Offline

#5 03.03.2019 19:51:27

GET-Wissensinteressierter
Mitglied

Re: Der Chef-Älteste Robert Hari starb - neue Regeln in der GACC

Hallo Basler,

Emil Hari hatte gar keine Kinder. Er war Zwilling mit seinem Bruder Gottlieb, der aber in der ACCA blieb, heiratete zuerst eine Bolliger(Adele), dann später eine Glück(Marie).
Beide Ehen blieben kinderlos, wobei die letzte Ehe eine Altersehe war(1964 geheiratet, da war er 74).
Emil Hari war der Onkel von Robert Hari.
Und Robert Hari heiratete die Adoptivtochter vom Ältesten Werner. Ernest Werner und Emil Hari waren Großcousins oder Cousins zweiten Grades.

Der Link https://www.findagrave.com/memorial/145003869/emil-hari gibt dazu alle Infos zum Emil.

Die Linie wäre also demnach

Christian Hari --> Herman Hari --> Robert Hari --> viel Nachkommenschaft, davon vier Töchter in der GACC, kein Sohn mehr!
Christian Hari --> Emil Hari --> keine Nachkommenschaft

Möchtest du etwas beitragen, wie die Verhältnisse in Basel zu Niedereggenen früher waren(war Niedereggenen schon immer vorhanden oder abgegründet von Basel? Und wann die Stubenversammlung in Deisendorf/Überlingen mal zu Ende ging, so dass alle nach Ennetaach danach gingen? Du hattest mal etwas erwähnt, von einem alten Mann, der aus Deisendorf kam und sehr angenehm als Bruder/Lehrbruder war.

Beitrag geändert von GET-Wissensinteressierter (03.03.2019 20:15:49)

Offline

#6 05.03.2019 16:27:12

Basler
Mitglied

Re: Der Chef-Älteste Robert Hari starb - neue Regeln in der GACC

Ja, in diesen Bauernstuben wie Deissendorf und Niedereggenen wehte ein Geist, der damals mein kindliches Gemüt tief berührt und geprägt hat. Seither verfüge ich über ein Instrument zur Geistprüfung ("wie befohlen unser Meister..."), das mich von Verführungen durch solche Macht- und Spaltungsgeister bewahrt hat. Dafür bin ich froh und dankbar.

Offline

Fußzeile des Forums

Powered by FluxBB