Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter

Wir teilen Erfahrungen rund um die Gemeinschaft GET (Nicht Nazarener) - vom Leben darin bis zum Ausstieg.


Diese Website ist nicht aus dem Beweggrund entstanden, die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter (GET) oder Personen darin zu verunglimpfen, sondern weil Mitglieder aus dieser Glaubensgemeinschaft Feststellungen und Erfahrungen gemacht haben, die äusserst nachdenklich stimmen.
Unser Ziel ist es nicht zu entzweien, sondern um jeden Einzelnen zu ermutigen offen über seine Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Nur ein Geist der Offenheit und Ehrlichkeit kann uns zu selbstdenkenden und selbsturteilenden Nachfolgern machen um wie die Beröer, eine Gesinnung des Prüfens und Forschens zu beweisen, welches der Apostel Paulus als “edel” bezeichnete. (Apostelgeschichte 17.11)
Dazu ist es dringend nötig, auf Ungereimtheiten und falsche Ansichten hinzuweisen. Wir wollen wenn nötig im Ernst aufrütteln, in der Liebe ermahnen und das Licht auf den Leuchter stellen.

Du bist nicht angemeldet.

#1 07.03.2018 16:32:16

Insider
Mitglied

Unwichtigkeit der Bibel in der GET

Psalm 119, 105 „Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“

Wenn das forschende, eifrige, begierige (1. Petrus 2,2) Bibellesen nicht so wichtig ist, wie schon mehrfach in Betrachtungen so gesagt wurde („man soll am Morgen und am Abend ein paar Verse lesen, nicht zu viel, es kommt nicht darauf an, viel zu lesen“) hat man dann eine gute, kräftige „Leuchte meinem Fuss“ oder eher nur ein schwaches Lämpchen, etwa einem Glühwürmchen gleich?

„...sondern hat Lust zum Gesetz des HERRN und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl.“ (Psalm 1, 2-3)

Wenn die „Lust am Gesetz“ (also am Wort Gottes) im Keim erstickt wird, und man bewusst  und willentlich nur wenig liest in der Bibel, und nicht ausdauernd, im Zusammenhang, mit Freude, unter Gebet und mit wachen Sinnen: Was für ein Baum entsteht wohl unter solchen Bedingungen? Kann da ein Baum wachsen, der reichlich gute Frucht bringt, oder wächst da mangels genügend Wasser (das Bild vom Wort Gottes) ein kümmerliches Bäumchen heran - oder gar nur Kakteen?

Warum wurde das Lied „Wir lassen nicht die Bibel...“ bei der letzten Überarbeitung aus dem langen Heftli gestrichen?

In der katholischen Kirche wurde es früher nicht gerne gesehen, wenn das normale Fussvolk in der Bibel las. Es wurde angekreidet, es sei eben ganz falsch, wenn jedermann die Bibel selber liest und auslegt. Dazu müsse man gelehrt sein, und nur die Priester hätten den wahren heiligen Geist. Erinnert dies nicht stark an die Haltung in der GET?

Die Frauen sollen zu Hause ihre Männer fragen, wenn ihnen etwas unklar ist. (1. Kor 14,35) Das zeigt uns zwei Sachverhalte: Erstens ist es offensichtlich biblisch, dass zu Hause über das Geistliche geredet wird. Im Gegensatz dazu wird in der GET gesagt, „Wir leben nach der Bibel, aber reden nicht darüber“, und das wird im Alltag leider bei sehr vielen Mitgliedern genau so praktiziert. Zweitens lernen wir daraus, dass die Männer in der Lage waren (und heute noch sein sollten!), den Frauen zu antworten. Das wiederum können sie nur, wenn sie die Schriften kennen, was voraussetzt, dass die Männer (und natürlich nicht weniger auch die Frauen) die Bibel fleissig und im Zusammenhang ein Buch ums andere lesen. Gerade die Inhalte der Briefe sind ohne gute Kenntnisse des Alten Testamentes und der Evangelien kaum richtig zu verstehen.

Nirgends finden wir diese unselige, in hohem Masse unbiblische Aussage „Du musst nicht versuchen einen Stein zu heben, der zu schwer ist für Dich!“ , die eine Person zu hören bekommt, wenn sie die Bibel gerne besser verstehen möchte, und deswegen eine andere Person, z. B. einen Ältesten oder Lehrbruder um eine Auslegung einer Schriftstelle bittet. Dürfen wir den Mangel an Schriftkenntnissen wirklich leichtfertig zur Seite schieben?

In der Versammlung wird gesagt, dass die Bibel die einzige Grundlage der Gemeinde sei. Hierzu ein paar Gedanken meinerseits:

Wann wurde die GET das letzte mal ungeheuchelt am Wort Gottes geeicht? Ohne Scheu vor eventuellen Eingeständnissen? In allen Bereichen, in allen Punkten? Ich zweifle keinen Moment daran, dass sich die GET ursprünglich ganz klar an der Bibel ausrichten wollte. Aber wann wurde sie das letzte mal geeicht? Ist eine Uhr, die vor 3 Monaten das letzte Mal exakt gerichtet wurde, noch genau? Wie sieht es aus, wenn man sie schon viele Jahre nicht mehr gerichtet hat? Hat es nicht auch eine Waage immer wieder mal nötig, dass sie exakt geeicht wird? Wiegt eine Waage heute noch richtig, wenn sie vor 100 Jahren richtig gewogen hat? Hat denn die Versammlung Gottes diese Eichung am lauteren Wort Gottes nicht auch sehr nötig? Ist das nicht noch viel ernster als im Irdischen? Wird heute noch mit „rechter Waage“ gewogen in der GET, bloss weil dies früher (vor sehr vielen Jahren) tatsächlich der Fall war?

Wann wurden die Zuhörer jemals in einer Betrachtung aufgefordert, die Lehre der GET ernsthaft zu prüfen, ob sie auch wirklich mit Gottes Wort übereinstimmt? Wird nicht vielmehr gepredigt, man solle die Bibel morgens und abends irgendwo aufschlagen, um nur wenig auf‘s mal zu lesen?

Stellen wir uns mal folgendes vor: Mister X kauft eine geniale Maschine, welche unzählige Funktionen hat. Nun schlägt ihm der Verkäufer vor, die 1000-seitige Bedienungsanleitung nur so häppchenweise mal da, mal dort ein bisschen zu lesen. Würde der Kunde diese Maschine auf diese Weise jemals wirklich optimal nutzen können? Wie viel weniger können wir durch diese Art Bibellesen in der Tiefe erfassen, was uns Gott in Seinem Wort sagen möchte! Wie viele Schätze bleiben verborgen und unentdeckt, wenn wir die Bibel derart vernachlässigend lesen? Ja, lasst uns „tiefer graben“ (wie wir alle ja schon unzählige Male aufgefordert wurden. Aber nicht in unserem Schuldenberg, sonst wären wir ja immerzu nur mit uns selber beschäftigt, das führt nicht zum Ziel.) Nein, sondern lasst uns in dem so unbeschreiblich wertvollen, so sehr kostbaren Wort Gottes „tiefer graben“. Welch ein Reichtum an Schätzen werden uns da offenbart, wenn wir es im Zusammenhang lesen, und mit verlangenden, betenden Herzen in der Schrift forschen! Dann dürfen wir mit den Emmaus-Jüngern sagen „Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Weg, ALS ER UNS DIE SCHRIFT ÖFFNETE?“ Lukas 24,  Sag, kennst Du dieses Brennen auch? Ich habe viel ausprobiert in meinem Leben, aber diesen tiefen Frieden, der all‘ dies Sehnen für immer stillt, den fand ich bei Jesus Christus durch Gottes Wort. Wie könnte ich seither anders, als bis an mein Lebensende (wenn nicht der Herr Jesus vorher schon kommt, und uns alle, die wir ALLEIN DURCH DEN GLAUBEN AN SEIN ERLÖSUNGSWERK AUF GOLGATHA errettet sind, zu sich in den Himmel entrückt) mit Verlangen und betendem Herzen mit Eifer so oft wie möglich in der Bibel lesen? Niemals lasse ich mir von Menschen dieses Vorrecht rauben, und mir vorschreiben, dies sei nicht wichtig, oder gar zu meinem Schaden! Wer anders würde sich am Befolgen eines solchen Rates freuen als allein der Widersacher, dem jede List recht ist, uns von Gottes Wort fern zu halten?

Als Grund, warum man nur wenig lesen soll in der Heiligen Schrift, wird gesagt, man werde  dadurch aufgebläht. Ja, wenn wir alles was wir lesen, nur in den Kopf pauken, ohne um Verständnis zu beten, oder gar um damit zu bluffen, wäre dies schlimm. Aber aus dieser Schriftstelle zu schliessen, man könne zuviel in der Bibel lesen und darin forschen ist offensichtlich noch sehr viel schlimmer. War Paulus, welcher zweifellos sehr gute Schriftkenntnisse hatte, etwa aufgebläht? Nicht das eifrige Lesen in der Schrift verurteilt diese Bibelstelle, (1. Tim 6,4) sondern genau das Gegenteil: Wer nicht in der reinen Lehre Jesu Christi bleibt, DER ist aufgeblasen. Und das passiert viel eher dann, wenn wir nur da und dort ein wenig lesen, als wenn wir im Zusammenhang und mit Verlangen (gemeinsam oder auch alleine) in der Schrift forschen.

Hier ein paar Überlegungen dazu:

Paulus nennt die Beröer edel, weil sie eifrig in der Schrift forschten. (Nebenbei gesagt taten sie dies mit Sicherheit nicht jeder in seinem stillen Kämmerlein sondern gemeinsam, denn damals waren Schriftrollen rar und dementsprechend teuer. Das war damals nicht verkehrt, und ist es auch heute nicht)

Wenn wir das eifrige Forschen in der Heiligen Schrift als falsch erachten und predigen, verurteilen wir viele Glaubensmänner der Bibel. Wie hätte ein Apostel Paulus je solche Briefe schreiben können, wenn er diese umfassende Schriftkenntnis nicht gehabt hätte?

Hätte Stephanus kurz vor seiner Steinigung ausrufen können „Ich sehe den Himmel offen“ wenn Gott nicht mit ihm gewesen wäre? Was aber tat Stephanus kurz davor? In der Apostelgeschichte von 6,8 bis 8,2 finden wir die ganze Geschichte von Stephanus. Wir finden da seine gewaltige Rede, die er mit grösster Wahrscheinlichkeit aus dem Stegreif hielt. Zähle einmal, wie oft er aus dem Alten Testament (Mose, Propheten) zitiert! Kann so ein Mann reden, der die Schrift nur mässig kennt? Die Antwort liegt auf der Hand.

In Apostelgeschichte 8, 26 - 40 lesen wir die Geschichte vom Kämmerer. Der Vers 35 ist bezeichnend: Philippus war in der Lage, ohne Vorbereitung dem Kämmerer VON DIESER STELLE AUS das Evangelium zu verkündigen. Wie hätte er dies tun können, ohne sehr gute Schriftkenntnisse?

Wo in Gottes Wort wird eine Person verurteilt oder zurechtgewiesen, weil sie die Schrift zu gut kennt, oder aber mehr von Gottes Wort verstehen möchte? Ist es nicht ein deutliches Merkmal eines Wiedergeborenen, wenn er, im Gegensatz zu vorher, nun mit Verlangen und eifrig in der Bibel liest, und das herzliche Verlangen hat, Gottes Wort (also Gottes aufgeschriebene Gedanken!) noch viel, viel besser zu kennen? Ist es nicht einfach nur völlig logisch, dass ein Mensch, der die Gnade Gottes an sich erfahren durfte, DEN immer noch besser kennen zu lernen, der ALLES für ihn getan hat, und heute sein Fürsprecher ist, den Herrn und Heiland Jesus Christus? Wie kann ein Mensch Christus ähnlicher werden, wenn er die Schrift, die von seinem geliebten Herrn Jesus spricht, nicht täglich mit brennendem Herzen erforscht? Ist nicht das eines der Hauptmerkmale eines aufrichtig Bekehrten, dass er gar nicht mehr anders will, als auf IHN allein zu schauen?

Beitrag geändert von Insider (09.03.2018 13:20:21)

Offline

#2 25.12.2019 23:03:08

Insider
Mitglied

Re: Unwichtigkeit der Bibel in der GET

Überall dort, wo es in den Versammlungen der GET Sonntagsschulen gibt, ist es Brauch, dass die Kinder zu vorgeschriebenen Altern die Liederbücher erhalten. Wenn ein Kind in die 3. Klasse kommt, erhält es das „lange Heftli“. Unmittelbar vor der 6. Klasse bekommt es dann eine „Zionsharfe“, beides mit eingraviertem Namen. Zuletzt, wenn ein Jugendlicher die Sonntagsschule verlässt, das heisst mit 15 oder 16 Jahren, überreicht ihm der zuständige Älteste eine Bibel.

Seit einiger Zeit mache ich mir Gedanken über diese Reihenfolge. Mir ist dabei folgendes aufgefallen:
Im langen Heftli, welches ein Kind also mit etwa 9 bis 10 Jahren bekommt, finden sich, mit einer einzigen Ausnahme, lauter Lieder über die ewige Heimat, Ermunterungen auf dem Glaubensweg, und Anbetungslieder. Nur das Lied Nr. 72 einhält eine evangelistische Botschaft. (Aufruf zur Umkehr) Und dort steht erst noch ein Wort, welches ein  Kind in der GET dann gar nicht einmal glauben soll: Nämlich „Heute“. So steht es auch in der Bibel: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verhärtet eure Herzen nicht.“ Heute! Nicht: „wenn du dann mal erwachsen bist...“

In der Zionsharfe ist die Auswahl der Lieder durchmischt. Sie enthält Lieder, die zur Bekehrung aufrufen, aber auch viele, dessen Texte klar für Gläubige geschrieben sind.

Und zuletzt bekommt ein GET-Sonntagsschulabgänger noch eine Bibel, ohne eingraviertem Namen. (Notabene eine Luther-Bibel 1912, deren Sprache sich erheblich von der heutigen unterscheidet)

Nun stellt sich die Frage: Ist diese Reihenfolge wohl sinnvoll? Steht nicht die Bekehrung, der Glaube an Jesus Christus und Sein vollbrachtes Erlösungswerk auf Golgatha, an erster Stelle?  Woher kommt die Verkündigung? Römer 10,17 zeigt uns: aus dem Wort Gottes.
Wie tragisch, wenn ein Kind womöglich erst mit 16 das erste Mal in seinem Leben eine eigene Bibel in der Hand hält! Stattdessen bekommt es mit 10 Jahren ein Liederbuch, welches (fast) ausschliesslich Lieder enthält, die es eigentlich gar nicht von Herzen mitsingen kann. Denn es wird den Kindern ja mehr oder weniger direkt gesagt, dass sie sich vor dem Schulaustritt nicht bekehren müssten. (dass die Bekehrung als ein Müssen, und nicht als ein Dürfen vermittelt wird, ist ein weiterer tragischer Missstand in der GET. Denn jeder Mensch, der sich aufrichtig ALLEIN durch Jesus Christus zu Gott, unserem Vater bekehrt hat, kann doch bezeugen, dass es keinen höheren Stand gibt auf der ganzen Erde, als SEIN Jünger zu sein) Warum bekommt also ein Kind in der GET ausgerechnet zuerst ein langes Heftli, und nicht das Allerwichtigsten, eine Bibel??

***************************
An dieser Stelle möchte ich alle Eltern ermutigen, ihren Kindern SELBER eine Bibel zu schenken, denn die Hauptverantwortung für sie tragen nicht Älteste sondern nach Gottes Wort klar die Eltern.

Auch die Kinder und Jugendlichen möchte ich ermutigen, sich selber eine Bibel zu kaufen. Wenn du, lieber Jugendlicher, das Verlangen hast, wirklich zu erfahren, was wahr ist und was Menschenworte sind, dann kauf dir eine Bibel!

Hier gibt es eine Adresse, wo du ein Neues Testament gratis bestellen kannst:

https://www.bibel.beroea.ch/

(Empfehlenswert sind die Schlachterbibel 2000 und die Elberfelder Edition CSV-Hückeswagen)

***************************

Wie bewusst und absichtlich werden in den Sonntagsschulen der GET nicht Bibelverse auswendig gelernt, sondern Liederverse?

Warum wurden bei der letzten Überarbeitung des „langen Heftlis“ die Titel geändert? Früher stand beim Liedtitel  oben drüber die dazugehörige Bibelstelle.

Warum wird in den Sonntagschulen nicht in der ganzen Bibel gelesen, sondern nur in einer „Schülerbibel“? Ja, eine Kinderbibel kann für die Kleinen eine gute Hilfe sein, schon früh die biblischen Geschichten kennen zu lernen, und den Herrn Jesus kennen und lieben zu lernen. Aber ist ein z. B. 12-Jähriger wirklich noch zu klein, um in der richtigen Bibel zu lesen?

Spricht nicht auch die Tatsache eine deutliche, erschreckende Sprache, dass sowohl die Getauften wie auch die Ungetauften zwar jeden Sonntag die Zionsharfe in die Versammlungsstunden mitnehmen, aber kaum jemand eine Bibel? Bei der Vorlesung oder gar während der Betrachtung in der heiligen Schrift mitzulesen und gegebenenfalls zu blättern wäre geradezu ein Affront!

Ja, die GET darf alles so machen wie sie will. Aber ist es nicht eine schreckliche Lüge, wenn dort drin behauptet wird, man würde ganz nach dem Wort leben, und sich einzig danach ausrichten?

Lieber Leser: Gehörst du auch zu denen, die (noch) völlig überzeugt sind, dass sich die Versammlung ganz und gar nach der Bibel richtet? Falls du die Bibel noch nie komplett gelesen hast, stützest du dich bei dieser Überzeugung jedoch allein auf Menschenworte!

Zur Ehre Gottes möchte hier ein Erlebnis erzählen, das mir die Güte und Treue Gottes sehr deutlich vor Augen stellte. Als ich durch den Glauben an den Herrn Jesus Christus Frieden mit Gott fand, begann ich mit zunehmend brennendem und verlangendem  Herzen in der Heiligen Schrift zu lesen. Ein Evangelium ums andere, ein Brief um den andern, aber auch im Alten Testament las ich unentwegt. Dadurch entstand in mir immer mehr die Not, dass das, was ich jeden Sonntag hörte, und das, was ich las, markant nicht übereinstimmte. Aber ich wagte kaum zu denken, dass das, was ich jahrelang hörte, gar nicht die klare Wahrheit war. Das kann doch nicht sein!! Mir wurde vor allem der Aufruf in der Bibel so klar, dass wir doch das Evangelium in der ganzen Welt predigen sollten. Aber genau das ist in der GET absolut kein Thema. Evangelisation und Mission ist total verpönt, das machen „die andern“, die „falsche Christen“ mit denen wir nichts zu tun haben wollen.
(Dass es Namens-Christen gibt, steht fest - aber alle??) So sass ich wieder einmal in der Versammlung und betete nach der Vorlesung nochmals kurz für mich: „Herr, ich weiss nicht mehr was ich denken soll! Ich möchte doch nur DEINE Wahrheit hören. Nicht was der Lehrbruder für richtig hält, und auch nicht was ich für richtig erachte. Ich möchte NUR DEINE Wahrheit hören. Amen.“ Daraufhin sagte der Lehrbruder scheinbar völlig zusammenhangslos (er hat es nicht gelesen!) „Der Heiland hat gesagt: ,Gehet hin in alle Welt, das Evangelium zu verkündigen.`
Wenn wir das Leben vom Apostel Paulus anschauen, wie er auf diese Reisen ging, um zu predigen, um das Heil allen Menschen zu verkündigen: müssen wir uns da nicht fragen: ,sind wir noch auf dem richtigen Weg?`“ Diese Frage wiederholte der Lehrbruder im Verlauf der Betrachtung noch ein weiteres Mal. Später betrachtete der Lehrbruder weiter: „Wenn wir uns das Leben vom Heiland ansehen, wie er sich um die Menschen um Ihn her gekümmert hat, müssen wir uns da nicht fragen: ,Wandeln wir wirklich in Seinen Fussstapfen?`“ - 

Mich hat dieses Erlebnis tief erschüttert! Da sitze ich in der Versammlung, und höre meine grosse Not, meine quälende Frage von Gott bestätigt! Ja, die Frage ist äusserst ernst: „Sind wir (noch) auf dem richtigen Weg?“ Mir war von da an klar, dass ich die Wahrheit nur in Gottes Wort finden konnte, und entschloss mich, bei jedem Widerspruch der auftauchen sollte, (und es waren letztlich unzählige!) der Heiligen Schrift mehr zu gehorchen als der Versammlungs-Lehre. Wenn auch dieser Entschluss viele Tränen und viele Gebete nach sich zog, so bereue ich doch niemals, mich ganz entschieden auf die Seite meines geliebten Herrn Jesus Christus, der sich selbst für mich hingegeben hat, und Seinem guten, heiligen Wort gestellt zu haben – mit allen Konsequenzen! Auf dem festen Entschluss, sich allein zu Dem zu halten, der allein von sich sagen kann „Ich bin der WEG und die Wahrheit und das Leben“ kann nur Segen liegen, dessen bin ich Zeuge! Da muss jeder andere Weg, auch der „Weg der Versammlung“ zurückgestellt werden, weil nur Einer wahrhaft frei macht: Jesus Christus! Frei davon, sündigen zu müssen. Frei davon, auf Menschen hören zu müssen (ausser natürlich auf solche, die ausschliesslich mit dem Wort Gottes Rat erteilen. Das ist allerdings ein Dürfen, kein Müssen!). Frei davon, Menschengebote einzuhalten, und sich dadurch noch ganz gut zu fühlen. Frei vom anklagenden Gewissen. Aber auch frei von der Lust, doch noch ein bisschen was von der Welt zu „geniessen“...

Frei vom Gesetz, aber ein Knecht Jesu Christi zu sein, und ganz und gar in Seiner Abhängigkeit zu leben: DAS ist Freiheit, die die Welt nicht bieten kann – und auch kein „Weg der Versammlung“.

Beitrag geändert von Insider (25.12.2019 23:24:00)

Offline

#3 28.12.2019 22:30:05

Insider
Mitglied

Re: Unwichtigkeit der Bibel in der GET

Wird nicht oft in den Betrachtungen betont „Liebe Geschwister, wir wollen festhalten am Weg!“ ? Oh, das wäre ja eigentlich ein guter Rat! Die Frage ist nur: An welchem Weg sollen die Zuhörer festhalten? Wann wird klar und deutlich gesagt, dass man am Wort Gottes als einzige Richtschnur festhalten soll? Und wann werden zumindest die Getauften aufgefordert, gründlich in der Bibel zu forschen, damit niemand auf falsche Lehren und Menschliches hineinfällt? Wenig in der Bibel zu lesen wird in der GET als „demütig und einfältig sein“ gewertet. Was meinte aber Paulus, wenn er in Apg. 20, 27 sagen konnte: „Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den GANZEN Ratschluss Gottes verkündigt.“ ? Was meint die Heilige Schrift in Epheser 6, wenn von der GANZEN  Waffenrüstung Gottes die Rede ist? Gab es schon jemals eine Zeit, wo mehr Verwirrung, Gleichgültigkeit und Abfall beobachtet werden konnte als heute? Wie kann ein Gläubiger eher bestehen: Wenn er einfältig auf Menschen hört, oder wenn er ALLEIN auf Gottes Wort hört? Wie kann er dies aber, wenn er die Schrift und deren Zusammenhänge nur sehr spärlich kennt? Wenn man täglich nur durch Aufschlagen der Bibel irgendwo ein wenig liest, kommt man vielleicht nie zu Römer 12, wo die Gläubigen angehalten werden, zu prüfen, was der „gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes sei“. Mit Gläubigen sind hier allerdings solche gemeint, die allein an den Herrn Jesus und Sein vollbrachtes Erlösungswerk als vollgültiges Opfer und Sühnemittel glauben. Ich wage mich kaum zu fragen, woran eigentlich die „Gläubigen“ in der Versammlung glauben... Wird ein Mensch, wenn er umgekehrt ist von seinen eigenen, bösen Wegen hin zu Gott dem Vater durch DIE Tür Jesus Christus, nicht vom Heiligen Geist gedrängt, Gott mehr und mehr kennen zu lernen durch Sein Heiliges Wort?

Es macht mich traurig und fassungslos zu erkennen, dass ausgerechnet die Bibel in der Versammlung so wenig gilt. Ich habe mir einmal so vorgestellt, was wohl mehr Aufruhr auslösen würde in der Versammlung: Die Abschaffung der Suppe, (deren ursprünglicher Zweck längst keinen Sinn mehr macht) -  oder das Lesen aus Gottes Wort vor der Betrachtung...

Muss uns beim Nachdenken über dieses Thema nicht auffallen, dass der Wert des Wortes Gottes in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen hat in der GET? Gleichzeitig nimmt die Vergötterung der naturheilkundigen Praktiken klar zu. Mal ist „die halbe Versammlung“ fasziniert vom Heiler X, dann wiederum rennen viele Versammliger einem neuen Heilpraktiker nach, weil der „wirklich gut ist“, und fast alles heilen könne... Wenn eine Person psychische Probleme hat, sei sie getauft oder nicht, wo werden dann zuerst Antworten und Hilfen gesucht?
Die Sündenlast, die ja des Menschen grösstes Problem ist, (und das nicht erst mit 16+ ...) wird die dann nicht allermeist totgeschwiegen?
Wenn dann alle Stricke reissen, und die Wunderheiler auch nur scheinbar helfen können ist der Griff zu Psychopharmaka nicht mehr weit...
Die Unnüchternheit in der GET ist gross, und es kommt einem vor, als kenne dort drin gar niemand mehr DEN, der uns geschaffen hat und uns somit am besten kennt, und doch so gerne helfen will!

Wer den Wert des Wortes Gottes erkannt hat, oder zumindest zu erkennen beginnt, der kann dann auch mit dem Liederdichter singen:

„Dein Wort, Herr, unser Gott, ist uns der Weg zum Leben...“

https://liederbuch.beroea.ch/49-dein-wo … unser-gott

Wohin sollen wir gehen? DU hast Worte des ewigen Lebens! So erkannte Petrus damals die einzige wahre Quelle, und seit ihm viele, viele Gläubige zu allen Zeiten, und in allen Nationen.

Offline

Fußzeile des Forums

Powered by FluxBB