Wir teilen Informationen und Erfahrungen bezüglich der Gemeinschaft der Evangelisch Taufgesinnten - GET (Nicht Nazarener).
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Die Gemeinschaft Evangelisch Taufgesinnter verwendet bis heute die Luther-Übersetzung 1912 (oder ältere). Gläubige Bibelkenner, welche sich mit dem Urtext befasst haben, bezeugen, dass diese Übersetzung dem Urtext auch nahesteht.
Dass aber in den Versammlungs (GET)-Bibeln die Apokryphen enthalten sind, entspricht nicht Gottes heiligem Wort.
Deckblatt Apokrypen:
„ Das sind Bücher, so der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen sind.“
In der heiligen Schrift werden wir ernst und deutlich betreffend Zusätze zur Bibel ermahnt!:
Offenbarung 22, 18-19
2. Petr. 1, 19-20
5.Mose 4,2
Sprüche 30,6
Wenn man von den Apokryphen absieht, war die Luther 1912 also aber für die damalige Zeit eine texttreue Übersetzung.
Nun ist es aber so, dass wir in der heutigen Zeit mit der Sprache der damaligen Zeit eher Mühe haben und vieles somit nicht verstehen.
Einige Beispiele unter vielen:
2. Korinther 5,11
„Dieweil wir denn wissen, dass der HERR zu fürchten ist, fahren wir schön mit den Leuten; aber Gott sind wir offenbar“
2. Korinther 7,16
„Ich freue mich, daß ich mich zu euch alles Guten versehen darf.“
Haben alle verstanden, was der Apostel Paulus geschrieben hat?
Je jünger die Generation, desto schwerer wird es, diese Worte der Übersetzung 1912 zu verstehen.
Hier möchte ich auch noch anfügen, dass ein Festhalten an der alten Schrift das Leseverständnis sowie auch die Freude am Lesen der Bibel bei der jungen Generation sehr behindert. Wäre es nicht unser aller grosser Wunsch, dass auch die Kinder mit Freude in der Bibel lesen würden?
Hier nun noch den Text aus anderen Übersetzungen:
Schlachter 2000:
2.Korinther 5,11
In dem Bewusstsein, dass der Herr zu fürchten ist, suchen wir daher die Menschen zu überzeugen, Gott aber sind wir offenbar.
2. Korinther 7,16
Ich freue mich nun, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.
Elberfelder Hückeswagen:
2. Korinther 5,11
Da wir nun den Schrecken des Herrn kennen, so überreden wir die Menschen, Gott aber sind wir offenbar worden..
2.Korinther 7,16
Ich freue mich, dass ich in Bezug auf euch in allem zuversichtlich bin.
King James Version:
Knowing therefore the terror of the Lord, we persuade men; but we are made manifest unto God..
(Wenn wir also den Schrecken des Herrn kennen, überreden wir die Menschen; aber wir sind offenbar für Gott..)
Mit Gottesfurcht müssen wir die verschiedenen Übersetzungen betrachten. Es ist leider so, dass einige Übersetzungen sehr vom treuen Text abweichen. Möchten wir doch immer Offenbarung 22,18-19 vor den Augen haben!
Wenn wir die Grundtext treuen Übersetzungen betrachten und ins Licht von Gottes Wort stellen, stehen für mich folgende Übersetzungen im Vordergrund:
Schlachter 2000
Elberfelder- Übersetzung der christlichen Schriftenverbereitung Hückeswagen
(Überarbeitete Elberfelder-Übersetzung)
Meinerseits verwende ich beide Übersetzungen, wobei ich der Elberfelder-Übersetzung Hückeswagen den Vorrang gebe, da ich weiss, dass diese Übersetzung von gläubigen Brüdern und unter Gebet bearbeitet wurde.
Ich selbst darf bezeugen: Wie schön ist es, wenn man eine Bibel lesen darf, wo der Text auch verstanden werden darf ! Es ist so kostbar, wie aus dem heiligen Wort Gottes jeden Tag neue wunderbare Quellen aufbrechen dürfen.
Das Wichtigste ist auch hier, dass eine Versammlung (Gemeinde) auch ein solches Anliegen im Gebet vor den Herrn bringen kann und sich alleine vom Herrn leiten lässt und somit auch die Kraft durch den heiligen Geistes empfangen darf, sich von alten Traditionen lösen zu dürfen.
Kauf Dir eine dem Grundtext nahe Bibel und lies darin!
Gottes Wort ist das Beste was wir haben!
Timotheus
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Hallo, im Grunde genommen zeigt es sich doch,
* wenn man mehrere Bibel zurate zieht, ergibt sich ein besseres Verständnis und je ähnlicher die Aussage, umso eher wird die Übersetzung stimmen
* Abweichungen gravierender Art werden dann offenbar, wie z.B. in der Bibel in "gerechter Sprache" (Wem gerecht? Dem Urtext,nein, dafür haette man die alte Elberfelder oder Interlinearübersetzungen, wohl eher dem Zeitgeist! Das ist streng genommen dann aber Fäschung!)
* Übersetzungen unter Gebet und durch Gläubige haben für mich grundsätzlich keinerlei höhere Bedeutung. Es geht um Fachkundigkeit in der Materie, d.h. Kenntnisse des alten Hebräisch, des Koine, des Aramäischen...Der Übersetzer muss wissen, wie die Sprache verwendet wurde, nicht ein Maß an Gläubigkeit erst attestiert bekommen oder beweisen. Sowieso wird ihm wohl nichts extra offenbart.
Ich halte es für gefährlich zu erwarten, ein Übersetzer müsse gläubig sein. In dem Falle halte ich es für ebenso wahrscheinlich, dass er den Text dann glättet, wenn er seine Religion schützen will, so wie Zeitgeistnachahmer den Text frauengerecht sprachlich verändern...
Ein Beispiel fällt mir gerade aus dem Koran in deutscher Übersetzung ein, in welchem eine Passage über die Frauenbehandlung bei Widerworten... heißt: "...und schlagt sie." In einer Fassung, die Nichtmuslime wohl besänftigen soll, heißt es dann: "..schlag sie (leicht)."...Das "leicht" hineingestellt, sogar noch in Klammern, soll wohl Harmlosigkeit attestieren, letztlich bleibt es aber beim Hauen, egal ob stark, mittel oder "leicht", man erlaubt es sich und findet Rechtfertigung im Korantext. Was "leicht" sein soll usw. wurde mir persönlich schon gesagt als "leicht über die Haut streicheln", als dies nicht überzeugte, entgegnet, man müsse "gläubig" sein, sonst würde man sowieso nichts verstehen(nun ja, das Argument dient dem Kritikkabwürgen). Das macht das Wort "schlagen" dann aber schon absurd....Das wäre dann eine Veränderung aus gläubiger, muslimischer Sicht, um zielgerecht die Außenwelt zu besänftigen. So weit her ist es also auch nicht mit der Ehrlichkeit, nur weil jemand an etwas glaubt. Konsequent ist man dann eher im Verharmlosen.
In dem Sinne ist dies genauso auf christlicher Seite möglich:
Gläubige christliche Übersetzungen sind z.B. die paraphrasierenden Übersetzungen wie die "Living Hope"-Ausgaben, aus gläubiger pfingstlerischer Sichtweise. Gläubige Übersetzung wäre dann auch die "Neue-Welt-Übersetzung" der Zeugen Jehovas, die unter Bibelwissenschaftlern als große Fälschung zugunsten einer Gemeinschaft bezeichnet wurde, z.B. den Namen "Jehova" 237 ins Neue Testament zu setzen, wo er nirgends hingehört und sogar an Stellen, an denen Jesus angebetet wird...Dies ließe sich fortsetzen.
* Zwar werden die meisten Übersetzungen wohl von eher gläubigen oder glaubensinteressierten Personen gemacht, weil sie den Elan und Kraft dazu haben, willig sind, ihre Zeit dafür zu verwenden, nur welches Wort sie dann an diesen oder jenen Stellen verwenden, mag durchaus von ihrer Gemeinderichtung abhängig sein. Selbst Luther hat den Text ja verändert, denn "allein durch den Glauben", gibt es im Urtext nicht mit dem Wort "allein". Solche Bekräftigungen, wenn nicht deutlich im Text so stehend, sind schon stark von der eigenen Theologie geprägt. Streng genommen sind sie aber dann auch verfälschend, weil sie die Denkrichtung zu stark einseitig lenken.
* Die Lösung ist wohl nur ein weit umfassender Vergleich von Textfassungen. Selbst vereinfachende wie in der "Guten Nachricht" können sogar eine Hilfe sein, z.B. wenn es heißt "mit dem ungerechten Mammon", so ist die Gute-Nachricht-Fassung mit "dem leidigen Geld" griffiger und sagt doch dasselbe aus. Manchmal heißt verdolmetschen eben auch den Sinngehalt eher zu erfassen als nur die Wort-für-Wort-Fassung.
* Es gab vor Jahren mal eine Textsammlung als Hexapla-Ausgabe vom Hänssler-Verlag, die umfasste sechs verschiedene deutsche Übersetzungen, Spalte an Spalte stehend, zum Vergleich geeignet. Menge, Schlachter, Luther, Elberfelder ....waren dort eingebettet.
Im Englischen gibt es solche auch, nur eben mit anderen Übersetzungen. Wo die eine Fassung holperig sein kann, wie die Elberfelder es in der alten Fassung oft war, half die andere und so weiter hin und her. Ähnlichkeiten wurden offenbar. Man hat bewusst wohl auch einige Fassungen nicht eingebaut, weil sie schon als zu urtextentfernt gelten. Fassungen in gerechter, den Zeitgeist nachempfindener oder zu stark gemeinderichtungskonformer Art haben dabei keinerlei Überzeugungskraft,sie halten den Test mit den vielen sich doch übereinstimmenden Fassungen nicht stand, man merkt schnell, dass sie richtungsweisend sein wollen.
* Ich persönlich finde Interlinearübersetzungen auch hilfreich, die zwar wirklich holperig zu lesen sind, aber eben an manchen Stellen aufklären, wie der Text wirklich mal hieß. Sie strotzen zwar vor Partizipien, besonders auch der Verlaufsform, aber sie helfen beim Verständnis.
Beitrag geändert von GET-Wissensinteressierter (06.05.2017 22:33:12)
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Inzwischen muss ich überlegen, aber da man von Baby an die alte Übersetzung ständig hört, ist es wie jede Sprache die man als Kleinkind lernt. Es stellt sich nicht die Frage was es heißt, man versteht es einfach.
Mir kam es immer wie eine ganzer Tag vor. War es ab 9:30 (vielleicht auch früher, ist über 25 Jahre her) mit Pause, waren wir um 16 Uhr wieder daheim. Die Lieder sind teilweise ja auch in der Sprache. Also jeden Sonntag über Stunden diesen Sprachunterricht, ich denke nicht das das ds Problem ist.
Beitrag geändert von May (12.01.2023 00:29:24)
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„Einzig wahr“
Beim heutigen Forumsbesuch bin ich über den Titel gestolpert „Luthers Bibelübersetzung von 1912, die einzig wahre?“ – Seltsam: Schon x-mal habe ich das gelesen – heute fällt es mir auf. Warum nicht früher? Weil Dahergeredetes so alltäglich ist, dass es uns gar nicht mehr auffällt und dass man es einfach nicht mehr ernst nimmt.
Zunächst wieder dieses „einzig“ – das „Ausschliessende“, über dessen Bedeutung wir jetzt allmählich Bescheid wissen. Nur nochmals kurz: der Sündenbegriff meint das Ausschliessende, Trennende – das Heil liegt im Verbindenden, dessen End- und Zielpunkt die umfassende Liebe ist.
Dann zum „Wahren“. Für alles Reden über Geistiges ist unsere Sprache nur ein Notbehelf. Jesus Christus sprach oft in Gleichnissen und Bildern; „Früchte“ meinte dann nicht „Äpfel“ oder „Birnen“, sondern etwas, was sehr unterschiedliche „Gestalt“ annehmen mochte und – entscheidend! – was vom Zuhörer erforderte, dass er selbst an dieser „Gestalt“ mitwirkte. Will sagen, die wahre Bedeutung entstand erst bei ihm. – Wer Worte anders als in einem solchen Behelfs-Bewusstsein verwendet, spricht nicht die Wahrheit. Übersetzungen – generell, und ganz besonders solche aus sehr fernen Zeiten und Kulturen – sind bestenfalls Annäherungen an das, was im Ursprungstext zum Ausdruck gebracht werden wollte. Unsere Theologen sind Sprachwissenschafter („Altsprachler“), die sich (hoffentlich) in guten Treuen bemühen und unter sich streiten mögen.
So betrachtet könnte man sagen: Die Qualität der heute verfügbaren Übersetzungen ist letztlich das gemeinsame Werk all derer, die sich im Laufe der Zeit darum bemüht und dazu beigetragen haben. So etwa sieht das Bild in der Optik von Verbundenheit aus.
Wahrheit entsteht erst in uns (Zuhörern, Lesern), wenn wir einen Text aufnehmen, in uns wirken lassen als „lebendiges“ Wort, damit arbeiten; unser Verständnis kann sich – muss sich, solange wir uns geistig regen – wandeln, verfeinern, konkretisieren, vertiefen... „Einzig wahr“, ein für allemal, wäre eine Verhärtung, Verfestigung, ja eine Materialisierung – starr und tot.
Also: Übersetzungen können unterschiedliche Qualitäten haben, hinsichtlich mancherlei Kriterien, ohne Frage. Aber „einzig wahr“ – das tut einfach weh, in einem Themenfeld, wo man derart am Suchen und am Irren ist, ja sein muss. Vergegenwärtigen wir uns, dass Luther, indem er die Bibel übersetzte, gleichzeitig eine deutsche Sprache überhaupt erst „schaffen“ musste. Und wir setzen diese Arbeit fort, jedesmal, wenn wir um Begriffe „ringen“ – will sagen, uns bei einer Wortverwendung irgend etwas denken. Wir unterlassen das ja allzumal immer wieder – ich nehme mich da gar nicht aus. Aber zwischendurch sollten wir es tun – und die Kategorien „richtig“ und „falsch“ (Lehren!) würde ich gerne ersetzt sehen durch „weiterführend“ oder eben weniger oder gar nicht. Bezüglich der Luther-Bibel: ein grossartiges Werk, mit mitunter seltsamen Unvollkommenheiten – aber niemals heilsverhindernd für eine suchende Seele. Und ja, vielleicht gibt es bessere Übersetzungen – ich habe keinerlei Kompetenz, das zu beurteilen. Für Gemeinschaften und Lesegruppen finde ich es einfach praktischer, wenn alle den gleichen Text vor sich haben. Und manche Texte, die man schon als Kind öfters gehört hat, bekommen mit der Zeit einen mantrischen, gelegentlich gar poetischen Charakter, was aus meiner Sicht kein Nachteil ist und was ich mir an einigen Stellen gerne bewahren möchte. Denn was bedeutet Poesie anderes als „fortdauernde Wirksamkeit“?
Beitrag geändert von Basler (15.10.2025 16:16:29)
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